40 Jahre VACUDEST – ein Meilenstein für die industrielle Abwasseraufbereitung. Im Gespräch mit unserem CEO Matthias Fickenscher blicken wir zurück auf die Anfänge, sprechen über seine persönliche Leidenschaft für nachhaltige Lösungen und werfen einen Blick in die Zukunft der abwasserfreien Produktion.
Matthias, wenn du an deine Anfänge mit VACUDEST zurückdenkst – was war die ursprüngliche Vision hinter dem Produkt und was hat dich dazu bewogen, an VACUDEST festzuhalten?
Die Marketingabteilung von MANNESMANN hat damals einfach den Begriff Vakuum Destillation gekürzt, also die Kurzform der Produktgattung, das „Tempo“ der Vakuumverdampfer sozusagen. Für mich war jedoch nie nur der Name entscheidend, sondern die Idee dahinter. Mit innovativer Technologie einen echten Beitrag zum nachhaltigen Umgang mit Wasser und Ressourcen zu leisten. Dass wir seitdem an VACUDEST festhalten, liegt daran, dass die Technologie immer wieder bewiesen hat, wie erfolgreich sie ist.
Welche Meilensteine mit VACUDEST sind für dich persönlich die prägendsten?
Die vielen Innovationen rund um VACUDEST gehören für mich ganz klar zu den prägendsten Meilensteinen. Sie sind Ausdruck unseres Anspruchs, immer weiterzugehen und neue Lösungen zu schaffen. Ein ganz besonderer Moment war für mich aber auch die Gründung unserer Niederlassung in China. Das war ein mutiger Schritt für einen kleinen Mittelständler und gleichzeitig ein starkes Zeichen für unseren Pioniergeist und unser Vertrauen in die eigene Stärke.
Gab es Momente, in denen du dachtest: „Jetzt verändern wir wirklich die Branche“? Kannst du uns ein Beispiel nennen?
Ja, diesen Gedanken hatte ich ganz klar bei der Clearcat Technologie. Sie war ein echter Wendepunkt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie unser Andreas Strübe (Head of Development and Design) und ich an einem Samstag im Technikum an unserem Clearcat Prototypen gearbeitet haben. Als schließlich erstmals glasklares Destillat aus der Anlage kam, war das ein Gänsehautmoment – ein echter Durchbruch für die Leistungsfähigkeit der Technologie. In diesem Augenblick wurde uns bewusst, dass wir damit nicht nur unsere Lösungen weiterentwickeln, sondern auch neue Märkte erschließen können.
Wie hat sich die Technologie und die Wahrnehmung von Abwasseraufbereitung in der Industrie seit 1986 verändert?
Die Abwasseraufbereitung hat sich seit 1986 massiv weiterentwickelt. Die Technologien sind heute wesentlich leistungsfähiger, zuverlässiger und professioneller. Gleichzeitig hat sich auch das Bewusstsein in der Industrie verändert. Mit den immer deutlicher spürbaren Folgen des Klimawandels rückt die Wiederverwertung von Abwasser zunehmend in den Mittelpunkt. Wasser wird heute nicht mehr nur entsorgt, sondern als wertvolle Ressource begriffen und genau diese Veränderung prägt die Branche nachhaltig.
Was treibt dich persönlich an, dich seit so vielen Jahren für das Thema „abwasserfreie Produktion“ stark zu machen?
Tja, vielleicht liegt es daran, dass ich im Sternzeichen des Wassermanns geboren bin? – Spaß beiseite. Die Technologie ist einfach sehr spannend und es hat mich immer gereizt die Grenzen des Machbaren zu verschieben.
Gab es einen Schlüsselmoment, der deine Überzeugung für Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft besonders geprägt hat?
Mich haben in meiner Jugend die Umweltprobleme sehr besorgt, weshalb ich mich entschieden hatte Umweltverfahrenstechnik zu studieren, um Lösungen für die Probleme zu suchen.
Wie fühlt es sich an, heute auf 40 Jahre VACUDEST zurückzublicken – eher Stolz, Dankbarkeit oder Vorfreude?
Zunächst einmal war es Glück, die Möglichkeit zu bekommen mit 29 Jahren einen Geschäftsbereich von einem Konzern zu übernehmen. Das wir die VACUDEST die letzten 30 Jahre technisch so weit nach vorne gebracht haben, erfüllt mich mit Stolz. Unser Anspruch war immer, wir bauen die Besten Produkte der Welt.
Welche Rolle spielt für dich das Team hinter VACUDEST in diesem Erfolg?
Das Team macht den Erfolg. Ich hatte großes Glück, immer die richtigen Menschen an meiner Seite zu haben, die durch ihren Einsatz und ihrer Leidenschaft mit Herzblut den Erfolg ermöglicht haben.
Welche technologischen Entwicklungen siehst du als entscheidend für die nächsten zehn Jahre in der industriellen Wasseraufbereitung?
Ich denke die größte Herausforderung besteht immer noch darin, den Wertstoffkreislauf zu schließen. Das setzte aber die Bereitschaft voraus, neue Wege zu gehen und auch Risiken einzugehen. Ich würde mir wünschen, dass mehr Industriebetriebe die Bereitschaft dazu aufbringen. Wir sind bereit als Lösungsanbieter unseren Beitrag dazu zu leisten.
Wie wird sich die Bedeutung von Wasser als Ressource für die Industrie verändern – und welche Rolle wird VACUDEST dabei spielen?
Im Moment sieht es leider so aus, dass es der Menschheit nicht gelingt, den Klimawandel abzuwenden. Das bedeutet wir müssen mit den Auswirkungen, wie Wasserknappheit und Wasserrationierung leben. Wir möchten unseren Beitrag dazu leisten, indem wir mit unserer VACUDEST Lösungen anbieten, Industriebetrieb unabhängiger von der Wasserversorgung zu machen und ihren Primärwasserverbrauch auf ein Minimum zu senken.
Wenn du einen Wunsch für die Zukunft der Branche äußern könntest: Welcher wäre das?
Ich wünsche mir, dass das Bewusstsein dafür, dass Wasser ein kostbarer Rohstoff ist, deutlich steigt und wir aufhören, so viel davon zu verschwenden.
Und eine letzte Frage: Was bedeutet Wasser für dich ganz persönlich?
Wasser ist der Ursprung des Lebens.
CEO Matthias Fickenscher. 1999 gründete er mit seinen Partnern die H2O GmbH aus einem Management Buy Out.

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